Mit dem Anfang 2008 zu Ende gegangenen D-Grid-Integrationsprojekt 1 (DGI-1) wurde in Deutschland eine Kern-Grid-Infrastruktur geschaffen, die von den damals schon existierenden Community-Grid-Projekten genutzt werden konnte und die bis heute eine Grundlage für weitere Community-Projekte bildet. Durch das DGI-1 und durch die vom BMBF in den Jahren 2006 bis 2008 finanzierten D-Grid-Sonderinvestitionen konnte inzwischen eine ansehnliche und weiträumig verteilte Grid-Infrastruktur in Deutschland geschaffen werden. Im Rahmen des Nachfolgeprojektes DGI-2 wird diese Grid-Infrastruktur auf eine nachhaltige und langfristig nutzbare Basis gestellt. An dieser Aufgabe arbeiten im DGI-2 zwanzig Partner aus Wissenschaft und Industrie in einer schlagkräftigen Projektorganisation.
Inhalte und Struktur des DGI-2 sind, wie auch schon im DGI-1, im Wesentlichen Community-getrieben. Dazu wurde schon im Vorfeld der Antragstellung sehr intensiv mit den Community-Projekten kommuniziert. Daraus ergaben sich vier wichtige Schwerpunkte des DGI-2: Support und Betrieb der Kern-Grid-Infrastruktur sowie Sicherheit und Datenmanagement. Obgleich das DGI-2, wie schon das DGI-1, kein Entwicklungs-, sondern ein Integrationsprojekt ist, sind doch einzelne Entwicklungsmaßnahmen unabdingbar; diese werden als fünfter Schwerpunkt im DGI-2 zu einem eigenständigen Entwicklungsprojekt zusammengefasst. Schließlich kommt der Kommunikation mit den Community-Projekten, ganz besonders in Hinblick auf die vom BMBF geforderten nachhaltigen Geschäftsmodelle, eine wichtige Bedeutung zu; dieser Komplex bildet den sechsten Schwerpunkt des DGI-2.
Für die Bearbeitung der sechs genannten Schwerpunkte wurde das Gesamtprojekt DGI-2 in die folgenden sechs Fachgebiete (FG) gegliedert:
Fachgebiet 1: Support für Grid-Benutzer und Ressourcenanbieter
wird für Grid-Benutzer und Ressourcen-Anbieter ein zentraler einheitlicher Anlaufpunkt geschaffen, der bei der Lösung von Problemen hilft sowie Unterstützung bei der Anpassung von Ressourcen und von Anwendungen für das Grid bereitstellt. Zusätzlich stellt das verteilte Kompetenzzentrum Middleware vielfältiges Know-how für die Unterstützung von Benutzern und Ressourcenanbietern bereit.
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Fachgebiet 2: Betrieb der D-Grid-Infrastruktur
vereint Benutzer-Management und Betrieb der Ressourcen für das Produktions-D-Grid. Für die Anwender werden die Basisdienste für das Nutzer-Management bereitgestellt und erweitert. Für die Ressourcen-Anbieter werden die Strukturen und Dienste geboten, um die Ressourcen in einer konformen Weise in das Produktions-Grid zu integrieren. Insgesamt wird damit das bisherige Kern-D-Grid in ein einheitliches, von Wissenschaft und Wirtschaft akzeptiertes Produktions-D-Grid fortentwickelt.
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Fachgebiet 3: Sicherheit
hat das übergeordnete Ziel, die Sicherheitsaktivitäten in D-Grid mit einem Fokus auf die nachhaltige Sicherung entsprechender zentraler Dienste zu koordinieren und umzusetzen. Dazu werden für die unterschiedlichen Ressourcen-Anbieter und Anwender geeignete Level von Sicherheitsanforderungen im D-Grid festgelegt und umgesetzt sowie entsprechende Unterstützung angeboten.
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Fachgebiet 4: Daten- und Informationsmanagement
werden aufgrund der Erfahrungen aus dem DGI-1 bedarfsgerechte Lösungsansätze für die Communities erarbeitet, insbesondere sind hier geeignete Datenmanagement-Lösungen sowie das Thema Metadaten zu nennen. Zusätzlich wird für diese Themen in enger Kooperation mit dem FG1 ein entsprechendes Kompetenzzentrum eingerichtet.
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Fachgebiet 5: Entwicklungsprojekte
werden die Entwicklungsprojekte des DGI-2 zusammengefasst. Dabei handelt es sich um erforderliche Ergänzungen bei Komponenten, die bereits in der Kern-Grid-Infrastruktur etabliert sind. Dazu werden national und international kompatible Implementierungen entwickelt, die zu notwendigen Ergänzungen von bestehenden Implementierungen oder zur Erweiterung des D-Grid-Diensteportfolios in den Bereichen Monitoring und Accounting beitragen.
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Fachgebiet 6: Nachhaltigkeit und Koordinierung
wird die Community-Grids bei der Erstellung von Geschäftsmodellen unterstützen, so dass eine in sich konsistente und nachhaltige Struktur des D-Grid entsteht. Weiterhin soll ein intensiver Kontakt mit den Community-Grids gepflegt werden, um Anforderungen aus den Community-Projekte frühzeitig aufzunehmen. Dazu gehören die Einrichtung eines Modifikationsprozesses zur Aktualisierung der Kern-Grid-Infrastruktur und gegebenenfalls eine Anpassung des Geschäftsmodells des DGI. Schließlich wird das DGI auch international vertreten, um mit den Ergebnissen des DGI die internationalen Grid-Aktivitäten zu beeinflussen und zu unterstützen.
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Zusammenfassend kann man feststellen, dass sich schon die heute vorhandene D-Grid-Infrastruktur im internationalen Maßstab durchaus sehen lassen kann. Das DGI-2 wird auf diesen sehr guten Grundlagen eine flächendeckende und nachhaltige Grid-Infrastruktur in Deutschland aufbauen, die von Wissenschaft und Wirtschaft langfristig als Produktionssystem genutzt werden kann und die zur Stärkung des Standortes Deutschland beitragen wird.
Klaus-Peter Mickel
Steinbuch Centre for Computing (SCC)
Forschungszentrum Karlsruhe GmbH
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
info@d-grid.de
Projektlaufzeit:
Januar 2008 - Dezember 2010
DESY Hamburg
cDFN-CERT Services GmbH
DFN-Verein
Forschungszentrum Karlsruhe
Forschungszentrum Jülich
Universität Hannover,
Forschungszentrum L3S
Regionales Rechenzentrum für Niedersachsen
BusinessValues IT-Services GmbH
Fraunhofer FIRST
Fraunhofer ITWM
Fraunhofer-Institute Algorithms and Scientific Computing
Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT
Leibniz-Rechenzentrum
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (AEI)
ParTec Cluster Competence Center GmbH
Sun Microsystems GmbH
T-Systems Solution for Research GmbH
Weßling (SfR)
Technische Universität Dortmund
Technische Universität Kaiserslautern
Zuse-Institut Berlin
ZIH Dresden